Trauer

19
Apr
2011

Ich bin seit gestern Abend sehr niedergeschlagen. Als ich gestern nacht nach Hause kam, war das Katzenfutter unberührt und meine Queeny lag im Wohnzimmer regungslos auf dem Boden. Sie atmete schwer und konnte nicht mehr laufen. Ein Rückfall.

Bereits im Februar hatte sie große gesundheitliche Beschwerden. Innerhalb weniger Stunden versagten ihr die Gliedmaßen. Mehrere Tierarztbesuche mit zahlreichen Spritzen konnten sie wieder aufpäppeln. Sogar Springen klappte wieder, auch wenn sie wacklig blieb.
Mitte März war mein letzter Besuch beim Veterinär. Finanziell ruiniert - rund 200 Euro hatte ich bisher ausgegeben - mußte ich vorerst weitere Besuche absagen, versprach aber Anfang April wiederzukommen.

Daraus wurde nichts, da die finanziellen Auswirkungen auch im April noch spürbar blieben.

In den letzten Tagen hatte ich das Gefühl, daß Queeny zunehmend Schwierigkeiten hat, sich ohne Torkeln durch die Wohnung zu begeben. Nun also der Rückfall, mit dem man aber eigentlich irgendwann rechnen mußte. So wie vorher, würde es nie wieder werden, sagte die Tierärztin damals noch.
Ich begann mich innerlich von Queeny zu verabschieden, machte noch ein paar letzte Fotos und Videos und bettete sie zur Nachtruhe neben mich.

Heute um halb 11 war ich dann beim Tierarzt (Andreas Schröder in der Erich-Weinert-Str. 53). Meine sonstige Tierärztin bei mir in der Straße gegenüber, hatte erst ab 14 Uhr Sprechstunde. Zu spät, da ich da schon auf Arbeit sein mußte.
Schröder hatte eine Urlaubsvertretung. Der maß die Temperatur (37,9), wog die Katze (2,54 oder 2,45 Kilo) und horchte sie ab. Er diagnostizierte eine angeschlagene Lunge - das war im Februar noch nicht - und fragte mich nach den Ergebnissen einer früheren Blutuntersuchung. Wozu ich aber nichts sagen konnte.

Angesichts der Vorgeschichte entschied ich mich bereits frühzeitig an diesem Tag zur Einschläferung. Der Arzt schlug mir das selbst nicht vor. Er war anfangs von einer normalen Therapie ausgegangen, war mit meiner Entscheidung aber sofort einverstanden. Auch angesichts des Alters der Katze.

Als Queeny die Narkosespritze bekam, streichelte ich ihr das Köpfchen. Das war unvorsichtig von mir. Als die Nadel in ihren Körper eindrang, biß sie mir in den rechten Daumen.
In den nächsten Minuten wurde sie zusehends ruhiger, die Atmung wurde flacher und mir kamen die Tränen.

Der Arzt brachte sie mit meinem Transportkorb in einen Nebenraum und ich verließ die Praxis.

Queeny wurde rund 18 Jahre alt.

Queeny gezeichnet von ihrer Krankheit am Vorabend
Rechnung des Grauens

Unser Katzenhimmel (u.a. mit meinem vor 3 Jahren verstorbenen Kater Bugsy)

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Kommentare

Kommentar von Heike |

Huhu Höppchen…es tut mir unendlich leid, aber für die kleine Maus freue ich mich…nun ist sie über die Regenbogenbrücke gegangen und es geht ihr wieder gut…sie muss nicht mehr leiden…gute Reise kleine Queeny und grüss die Anderen…Knuddels Heike

Kommentar von Tuckse |

Hallo Frank,

voller Mitgefühl habe ich von dem schlimmen Ereignis erfahren. Wie schrecklich das ist, weiss ich aus eigener Erfahrung. Da weinen nicht nur die Augen sondern auch das Herz Dass das geliebte Tier über die goldene Brücke gegangen ist, ist schrecklich zu ertragen, aber das Beste für Queeny gewesen. Nun ist sie im Katzenhimmel, wo nix mehr weh tut und sie keine Sorgen mehr haben muss.
Mit lieben Knuddelgrüssen
Deine Tuckse

Kommentar von Torsten |

Hallo…
Meiner Lara gehts auch nicht so gut…sie ist Herzkrank…bekommt Blutverdünner Blutdrucksenker und Entwässerung…leider schlägt alles nicht so gut bei ihr an. Sie ist jetzt fast 10 Jahre alt und ich wünsche mir von ganzen Herzen das Sie noch einige Jahre vor sich hat und bei mir bleibt, aber Ihre Atmung wird immer schlechter und ich habe immer Angst das der nächste Tierarztbesuch der letzte ist und ich dann allein nach Hause fahren muß, mit leerem Katzenkorb. Ich weiß nicht was ich schon alles beim Arzt bezahlen mußte aber es geht gut über die 1000 euro…aber ich würde das doppelte ausgeben damit es ihr wieder besser geht. Ich liebe meine Lara und kann sehr gut nachvollziehen was Du durchmachen mußtest. Das verabschieden ist sehr sehr schwehr.

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