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28
Apr
2011
Foto: Erhard Beyer

Am Sonntagmorgen, den 3. April 2011 wartete ich am Antonplatz auf die Straßenbahn der Linie M4 Richtung Alexanderplatz. Und da sah ich ihn! Ja, ihn! Ich bin aber jetzt nicht plötzlich andersherum gestrickt.

Der Gang, das Gesicht - es paßte einfach. Obwohl ich mangels Brille sehr stark zweifelte. Deshalb konnte ich mich auch nicht spontan entschließen, ihn anzusprechen, als er an mir vorbeilief. Aber er war es! Karsten Wölk, mein Armeekumpel von Mai 1984 bis April 1985.

Er stieg in dieselbe Straßenbahn, allerdings am anderen Ende. Da ich nur zwei Stationen fuhr, war es mit meiner Spontanität nicht weit her. Die Chance, nach 26 Jahren den Genossen wiederzutreffen, der einen durch die praktische Prüfung zum Funkmechaniker geholfen hat, war vertan.

Im Nachhinein ist man immer schlauer. Ich hätte z.B. mein Handy ans Ohr halten können und ein imaginäres Gespräch führen. Und ein paar Stichpunkte fallen lassen, als er an mir vorbeiging: Knüllpapier, Dünnebier, Bobermien. Wenn es wirklich Karsten war, wäre er auf mich aufmerksam geworden.

Knüllpapier? Dünnebier? Da riecht es doch nach Anekdote. Und ob!

Als wir nach der Einberufung zum Wehrdienst das erste Mal den Kompaniebereich betraten, stand im Flur ein Männlein mit grauem Kittel. Aha, der Hausmeister, dachte ich mir. Karsten sprach es aus: "Sind Sie hier der Hausmeister?"
Das Männlein erinnerte jetzt an das HB-Männchen. Karsten war für das folgende Ausbildungsjahr Mode. Seine erste Aufgabe - waren es 50 oder 100 Knüllpapiersäcke? - bekam er gleich an seinem ersten Tag.
Das Männlein hieß übrigens Dünnebier, Oberfähnrich Dünnebier - und war der Hauptfeldwebel der Kompanie.

So war Karsten. Immer für einen lustigen Spruch zu haben. Und ich stelle mich die nächsten Sonntage wieder am Antonplatz hin.

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